9:4 - Big Point gegen Langenfeld!

31. Januar 2011

Teil des Trumpf-Paarkreuzes: Kalle Offermann Teil des Trumpf-Paarkreuzes: Kalle Offermann

Am vergangenen Samstag kam es in der Jahnstraße zum vielleicht vorentscheidenden Topspiel in der Landesliga zwischen Brauweilers 1. Herren und Unitas Langenfeld. In der Tabelle hatten die bis dato zweitplatzierten Gäste einen Punkt Vorsprung vor unseren Jungs. Somit war klar, dass ein Unentschieden nicht reichen würde. 8:8 hatte es im Hinspiel geheißen, doch dieses Mal sollte unbedingt ein Sieg her. Und dieser gelang: mit 9:4 vom Ergebnis her sogar überraschend deutlich!

Beide Teams traten vor 50 Zuschauern mit ihrer Stamm-Mannschaft an. Und natürlich gehören zu solch einem Kracher auch taktische Spielchen. So überraschten die Langenfelder mit einer anderen Doppel-Variante. Statt dem erwarteten Zweier-Doppel Bastian/Boll standen Peter und Daniel Bastian/Gähl gegenüber. Doch unser Einser-Doppel brachte dieses Störmanöver nicht aus der Bahn. In einer hochklassigen und hart umkämpften Partie behielten die beiden die Oberhand und gewannen nervenstark im Fünften. Es war der 1:1-Ausgleich, denn am Nebentisch hatten Kevin und Simon gegen das Top-Doppel Neuser/Manzius keine Chance.

Doppel und mittleres Paarkreuz als Waffe

Somit war auch klar, dass es von Vorteil sein würde, wenn wir vor dem Abschlussdoppel neun Siege auf unserem Konto hatten! Damit wir nur noch ein Doppel zu sehen bekamen, mussten sich Kalle und Kalle ordentlich ins Zeug legen. Und sie taten es - mit Erfolg: Gegen Boll/Stammen erkämpften sie in vier Sätzen die wichtige 2:1-Führung! Im oberen Paarkreuz hatten wir uns zum Ziel gesetzt, mindestens 2:2 zu spielen. Insofern ging der Plan auf. Daniel legte los wie die Feuerwehr, ging im ersten Satz mit 6:0 in Führung und siegte letztendlich nach einem kurzen kräftemäßigen Hänger mit 3:1 gegen Bastian. Simon verpasste gegen Neuser in jedem Satz die Anfangsphase und verlor dreimal denkbar knapp. Zwischenstand: 3:2.

Dann war die Zeit gekommen für das Trumpf-Paarkreuz: Peter lag im Vierten bei 1:2-Satzrückstand schon 3:7 hinten, als Coach Kevin ein time-out nahm und Manzius so aus dem Konzept brachte. Peter drehte das Ding und entschied die Begegnung für sich. Geschickt agierte auch Kalle O., der nach mehreren vergebenen Bällen zum Gewinn des ersten Satzes kurz verschnaufte und sich sammelte, um nach seiner Auszeit tatsächlich mit 18:16 zu gewinnen. Gähl wehrte sich in den folgenden Spielsequenzen, und so musste - wie bei Kalle O. üblich - der fünfte Satz entscheiden. Am Ende hieß es 11:8 und somit 5:2-Führung für Brauweiler!

Großer Sport: Kalle C. mit "Becker-Faust"

Nun stiegen Kalle C. und Kevin in die Box. Nach all den atemraubenden Duellen und dem beruhigenden Polster mussten sich auch die Zuschauer erst mal ein bisschen erholen und ihren Blutdruck auf Normalmaß bringen. Dadurch fehlte anschließend etwas das Feuer in der Halle. Nichtsdestotrotz gab's weiter spannende Spiele zu sehen. Kalle bewies, dass er im unteren Paarkreuz zu den Besten der Liga zählt und nur ganz ganz schwer zu schlagen ist. Gegen den aggressiv attackierenden Stammen brachte er die Bälle immer wieder zurück auf die Platte und faszinierte mit gezielt eingestreuten Gegenattacken aus der Distanz. Nach vielen tollen Ballwechseln und einigen "Becker-Fäusten" stand am Ende ein 11:5 im Fünften.

Knapp ging's auch bei Kevin gegen Boll zu, doch nach drei hintereinander vergebenen Satzbällen im Dritten war er dem Druck nicht mehr gewachsen und konnte im vierten Satz kein Ass mehr aus dem Ärmel hervorzaubern. Auch Daniel blieb anschließend nichts anderes über, als seinem Gegner zu gratulieren. Im Duell der besten Landesliga-Spieler der letzten beiden Jahre fand unsere Nummer eins gegen Neuser erst Mitte des dritten Satz ins Spiel, doch da war es schon zu spät. Chancenlos geblieben, musste Daniel einsehen, dass Neuser diese Saison der Stärkere ist. Beim Spielstand von 6:4 war es nun wieder unfreiwillig spannend geworden.

"Arschtritt" von A.O. bringt Simon auf die Siegerstraße

Eines der Highlights dieses langen Abends stellte das Aufeinandertreffen der beiden Zweier dar: Simon trat gegen Bastian wie schon im Doppel und ersten Einzel sehr lethargisch auf. Erst ein "verbaler Arschtritt" von A.O. bei hohem Rückstand im 2. Satz bewirkte, dass er sich gegen die drohende Niederlage stemmte. Nach sensationellen Bällen am Tisch und aus der Halbdistanz sollte der fünfte Durchgang wie schon im Hinspiel die Entscheidung bringen. Lange sah es sehr schlecht aus, bis sich Simon mit großer Moral in die Verlängerung kämpfte. Und an dieser Stelle passierte etwas Erstaunliches: Simon hatte beim Stand von 11:11 einen Kantenball gegen sich. Gut, das war nicht weiter erstaunlich, es gab einige "Nasse" an diesem Abend, und etwas mehr auf unserer Seite! Nein, das Erstaunliche war, dass Simon völlig ruhig blieb und danach drei wunderbare Punkte erspielte und somit nach einem 0:2-Satzrückstand den siebten Zähler und damit die Vorentscheidung brachte.

Denn Peter gab sich erneut keine Blöße und fand gegen Gähl von Anfang an den goldenen Mittelweg zwischen fehlerlosem und agressivem Spiel. Wie im Hinspiel gewann er in vier Sätzen und bescherte uns den ersten Matchball - 8:4! Nun gingen fast gleichzeitig Kalle und Kalle an den Tisch. Beide Partien waren unvorhersehbar. Großer Druck lastete auf allen vier Spielern. Kallo O. führte 2:1 gegen Manzius, und auch Kalle C. lag gegen Boll mit 2:1 in Front. Im vierten Satz hatten beide die Chance, den Sack zu zumachen. Bei Kalle O. stand es 7:7, bei Kalle C. 8:8, das Publikum tobte nach jedem Ballwechsel. Die Damen waren bis dato endlich durch mit ihrem Punktspiel, und auch die dritte Herrenmannschaft hatte es noch aus Porz bis in die eigene Halle geschafft! Das war genau die Atmosphäre, die wir haben wollten. An dieser Stelle nochmal ein kräftiges DANKESCHÖN an alle Zuschauer für die Unterstützung.

Kalle O. macht den Sack zu

Und so klappte es: Kalle C. verwandelte gleich seinen ersten Matchball, der Sieg stand fest. Dennoch wollte es sich Kalle O. nicht nehmen lassen und gewann im Fünften relativ klar. Es war der letzte von sechs Fünfsatz-Matches, die allesamt an uns gingen. Das 9:4 fiel insgesamt sehr hoch aus, was auch das Satzverhältnis beweist - 28:27! Langenfeld erwies sich als fairer Verlierer - selten haben wir eine Mannschaft so positiv und freundschaftlich im Umgang erlebt, und das trotz der enormen Konkurrenzsituation.

Nach zwei Pflichtsiegen zum Rückrundenauftakt (9:1 gegen Ösinghausen, 9:1 in Dormagen) und dem 9:2-Sieg gegen die Zweite, einen Tag nach Langenfeld, belegen wir vorübergehend den ersten Tabellenplatz und können entspannt schauen, was die Verfolger am Wochenende machen. Die nächste wegweisende Partie im Kampf um den Aufstieg findet am 19. Februar statt. Um 18.30 Uhr ist dann Spinfactory Köln zu Gast. Wir erhoffen uns dann noch mehr Zuschauer, die uns unterstützen. Am besten von Anfang an, da es gleich mit entscheidenden und hochklassigen Spielen losgeht.